“Little Brother” beim Hamburger Schultheaterfestival auf Kampnagel

Ensemble

Das Stück „Little Brother – Freiheit ist etwas, das du dir nehmen“, hatte am 11. Januar 2011 am Goethe-Gymnasium in Lurup Premiere. Da gab es dieses Blog noch nicht, sonst hätte ich schon früher über diese Arbeit geschrieben, an der ich im vergangenen Jahr beteiligt war. Es freut mich nun umso mehr, hier berichten zu können, dass die Produktion zum Hamburger Schultheaterfestival „theater macht schule“ eingeladen wurde und am kommenden Mittwoch, dem 20. April 2011 auf Kampnagel aufgeführt wird.

Nachdem ich letztes Jahr den Roman “Little Brother” von Cory Doctorow gelesen hatte, war ich spontan überzeugt, dass dieser Stoff viele Möglichkeiten bietet, mit jungen Menschen Theater zu machen. Und Film. Und Medienkompetenzunterricht. Also sprach ich einen befreundeten Lehrerkollegen an, ob es an seiner Schule eine Theater-AG gibt oder vielleicht ein Informatiklehrer Lust an der Sache haben könnte.

So war’s, ich traf den Informatiklehrer des Goethe-Gymnasiums Oliver Wagner 2010 auf der CeBit und erfuhr, dass es in Lurup zum ersten Mal die gewagte Fächerkombination Darstellendes Spiel (DSP) – Informatik und Politik/Wirtschaft/Gesellschaft geben würde. Wir fanden beide, dass der Roman von Doctorow wie geschaffen sein würde für eine Theaterproduktion mit den SchülerInnen der kommenden Profiloberstufe.

Polizei und DHSZusammen mit der DSP-Lehrerin Tanja Senftleben und mir erarbeiteten die SchülerInnen von Februar 2010 bis Januar 2011 eine eigene Stückfassung auf Basis des Romans in der Übersetzung von Christian Wöhrl. Sie drehten Filme, die die Bühnenszenen ergänzen, und bauten das Bühnenbild selbst. Als besondere Überraschung trat in der Stückpause die Band „Schlechtes Elternhaus“ auf und nahm nach der Dramaturgie des Romans die Funktion des Konzerts im Dolores Park ein.

Für mich ist die Vision, die Doctorow in „Little Brother“ schildert, immer noch aktuell. Sie fordert alle, die moderne Technologie in Form von Handys, PCs, Mails und Social Networks nutzen, auf, sich mit der Kehrseite des Kommunikationsparadieses auseinanderzusetzen. Dass dabei die Vereinigten Staaten von Amerika den Ort des Geschehens darstellen, macht die Fiktion Doctorows umso brisanter.

Heute wurde das Schultheaterfestival „theater macht schule“ in Hamburg eröffnet. Karten für die Aufführung am Mittwoch, 20. April 2011, 11:30 Uhr, stehen begrenzt zur Verfügung. Reservierungswünsche bitte an forum@theatermachtschule.de.

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